Montag, 9. Februar 2015

Brot mit Hindernissen

Was ist die wichtigste Lektion wenn man etwas Neues lernen möchte?
Dass man nicht aufgeben darf, auch wenn ab und an was schief geht!

Und das gilt auch wenn man einen Kurs bei - (so tönt es zur Zeit in allen Medien) - Deutschlands bekanntestem Brotblogger mitmacht.

Brotbacken ist etwas was mich, wie das Nähen, schon seit vielen Jahren begleitet und immer wieder von Neuem begeistert und herausfordert.
Mit den Händen in einen Brotteig tauchen, ihn kneten und irgendwann eine Form geben ist ein bisschen wie einen neuen Stoff heraussuchen, anschneiden und zusammennähen, wie ein Nadelspiel mit Maschen füllen und das Gestrickte wachsen sehen...
Aber es gibt selten Menschen, die sich so in ein Hobby hineingeben, so in ein Fachgebiet eintauchen wie Lutz Geißler. Und auch wenn ich allem Hype um Menschen eher skeptisch gegenüberstehen habe ich mich riesig auf den Brotkurs gefreut.
Ein bisschen vorsichtig meldete ich mich erstmal für den Grundlagenkurs an. Sein Brotbackbuch hat mich so schwer beindruckt, dass ich auf Nummer sicher, lieber ganz von vorn beginnen wollte.
Außerdem war der Kursort einfach nur praktisch. Ich musste nur ins nächste Tal.

Elf backbegeisterte Teilnehmer lauschten sechs Stunden vielen Informationen, Tipps und Tricks rund um Mehl, Vorteige, Sauerteigansätze, Stückgare, Formgebung und Hilfsmittel.
Wir wogen, mischten, kneteten, schleiften, rollten...


...und freuten uns auf die fertigen Brote.
Die erste Ladung Kleingebäck  verschwand im Ofen.


Leider sah nur ein Teil der Brötchen so verlockend aus wie diese hier. Die anderen ähnelten eher Schneebällen, wunderbar aufgegangen, fluffig innendrin aber außen schneeweiß.

 Zwei von elf Sauerteigbroten schafften es noch braun zu werden. Das waren die letzten Zuckungen des Ofens der nicht mehr wirklich heiß wurde.
Was macht ein Backkurs ohne Ofen? ...mit einem großen Schwung Baguettes, zehn Sauerteig- und 11 Weizenteigbroten die schon in der Stückgare in ihren Gärkörbchen vorsichhindümpeln und darauf warten ausgebacken zu werden? Wir trösteten unseren innerlich bestimmt verzweifelten aber äußerlich bis zuletzt die Ruhe bewahrenden Backkurshalbgott und zogen mit übergaren Brotteiglingen nach Hause.
Bis zum Letzten souverän lieferte uns Lutz noch gelingsichere Varianten zum Verarbeiten der Teigübrigbleibsel.
Und so füllte am Abend verführerischer Brotbackduft meine Küche...



...zwei superleckere Roggenbrote, ein Weizenbrot...



...und die Moral von der Geschichte:

Niemals aufgeben oder auch Halbgötter brauchen das richtige Werkzeug!


...habt einen schönen Abend, Marit

Kommentare:

  1. Wunderbar geschrieben! Diesen Kurs wirst du sicher ganz besonders in Erinnerung behalten, gerade weil er nicht perfekt war. Um die vielen leckeren Brote, die nun in deiner Küche gebacken werden, könnte ich dich bzw. deine ganze Familie schon beneiden ;-)
    Liebe Grüße
    Manuela

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  2. Brot backen... Das hab' ich lange nicht mehr gemacht... Deine sehen toll aus, bestimmt schmecken sie traumhaft!

    Liebe Grüße, Sophina

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  3. Ach, je! Aber es stimmt, nicht aufgeben, das ist auch immer wieder mein Motto. Über diese tollen Rezepte und ausführlichen Anleitungen bin ich wieder verstärkt ans Brot Backen gekommen. Gutes braucht auch einfach seine Zeit und das schmeckt man. Toll, dass du die Möglichkeit hattest, einen Kurs so in der Nähe zu besuchen.
    Alles Liebe, Birgit

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